Der Schlachthof hat wieder geöffnet!

 

Kommen Sie uns besuchen!

 

Seit dem 04.04. entfallen
Maskenpflicht und Zugangsbeschränkungen!

Im Einklang mit den neuen gesetzlichen Bestimmungen und weil wir wegen der Größe unserer Räumlichkeiten sowie unserer Lüftungsanlage aktuell keine anderweitige Notwendigkeit erkennen, können unsere Veranstaltungen seit dem 04.04.22 wieder ohne Maskenpflicht und Zugangsbeschränkungen besucht werden.

Aktuelles

CORONA: INFOS & NACHHOLTERMINE

Seit der Corona-Pandemie ist für uns alle, insbesondere aber auch für die Kulturstätten, alles anders.
Niemand von uns ist glücklich über diese Situation und die damit entstehenden Mühen. Machen wir gemeinsam das Beste daraus!

Halten Sie uns die Treue und besuchen Sie unsere zukünftigen Veranstaltungen.

Bei einem geänderten Infektionsgeschehen sind selbstverständlich auch dann wieder kurzfristige Verschiebungen und Absagen möglich! Alle Informationen zu Absagen oder Verlegungen finden sich tagesaktuell auf unserer Webseite. Außerdem informieren wir auf Instagram und Facebook.

Was bereits erworbene Tickets für im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie verschobene Veranstaltungen betrifft, gilt, dass sie auch für den neuen Termin ihre Gültigkeit behalten. Gleichwohl können sie auch dort, wo sie gekauft wurden, zurückgegeben werden.

Nachholtermine im Kulturhaus Alter Schlachthof:

Veranstaltung Neuer Termin Alte Termine
5 kleine Jägermeister 28.12.2022 27.12.20, 29.12.2021
Abdelkarim 30.10.2022 30.09.2021
Benni Stark 16.12.2022 11.12.2021 & 03.12.20
Blues Caravan entfällt! 12.06.2021 & 14.02.21 & 16.09.20 & 01.05.20 & 03.03.2022
Bounce 11.03.2023 19.02.2022
Brothers in Arms 27.01.2023 28.01.2022
Caveman 28.10.2022 09.10.20, 15.10.2021
David Kebekus 29.01.2023 13.11.20 & 02.04.2022
Daphne de Luxe 21.10.2022 24.09.21
Ensemble Kreuzvier neuer Termin folgt! 13.02.22
GlasBlasSing 02.04.2023 26.02.21 & 12.03.2022
Hans Hermann Thielke 20.01.2023 15.01.21 & 21.01.22
Honigdieb 06.05.2023 17.04.2021 & 29.08.20 & 04.04.20
Ingrid Kühne 15.06.2022 05.05.21 & 06.06.20 & 10.06.22
Jochen Malmsheimer 17.12.2022 17.12.20 & 17.12.21
Johann König 02.09.2022 13.05.20 & 14.01.21 & 20.01.2022
Kai Magnus Sting 30.09.2022 10.12.2021 & 22.01.21
Mercy Street 04.02.2023 05.02.2022 & 28.11.20
Musical Voyage 22.04.2023 26.02.2022
Nikita Miller 26.01.2023 02.12.20
Purple Rising 15.10.2022 27.11.2021 & 24.10.20
Rena Schwarz 19.11.2022 10.10.2021 & 20.11.20
Sven Bensmann 17.03.2023 22.01.2022
The Idiots neuer Termin folgt! 19.12.20
Wake Woods neuer Termin folgt! 19.03.21 & 11.02.2022

 

Jan Philip Zymny

Schlachthoftrödel

26.06.22 von 11 bis 16 Uhr
Ausverkauft!

Leider kann auch in diesem Jahr kein GräfteTrödel stattfinden, da noch einige Bereiche der Gräfte durch Baustellen nicht nutzbar sind. Weiterhin wird der gesamte Kreuzungsbereich Ulrichertor umgebaut, so dass dieser wegen der Sperrungen erhebliche Behinderungen mit sich bringt.
Um dennoch einen Trödelmarkt anzubieten, planen wir einen Markt auf dem gesamten Schlachthofgelände. Es sind fast 80 Plätze eingerichtet, die je 3 Meter breit sind. Es wird überdachte Plätze geben und auf dem Freigelände, sowie im Biergarten können Stände aufgebaut werden.
Jan Philip Zymny

Sommerbühne: Kozma Orkestar

01.07.2022 um 19:30 Uhr

Das Kozma Orkestar steht für treibenden Brassbeat, in dem sich westliche und östliche, urbane und traditionelle Einflüsse zu einer musikalischen Herumtreiberei der besten Sorte verbinden!
Wenn zwei Tuben, Drums und Akkordeon den Rhythmus vorgeben und Trompete, Saxofon und Klarinette in Bläsersätzen brillieren, bleibt keiner mehr ruhig auf seinem Platz. Hinzu kommen die vielen unterschiedlichen Klangfarben und Sprachen des Gesangs von Ramona Kozma und Valentin Katter.

Jan Philip Zymny

Sommerbühne: Maxi Pongratz

02.07.2022 um 19:30 Uhr

Aufgestanden wird nicht, wenn der Wecker klingelt – sondern dann, wenn der Traum ein Happy End hat. Maxi Pongratz wird auf seinem zweiten Soloalbum zum Regisseur seiner Träume und Dompteur seiner Ängste. »Meine Ängste« ist eine Liebeserklärung an die ureigenen (engsten) Ängste. Es ist aber auch eine Auseinandersetzung mit der selten ordentlichen, häufiger chaotischen Frage danach, wer man eigentlich ist – oder zumindest sein will.

Jan Philip Zymny

Sommerbühne: KC & The Soul Brothers

03.07.2022 um 19:30 Uhr

Ob Reggae, Soul, Funk, Latin, Rock oder Pop – KC & THE SOUL BROTHERS bewegen sich in all diesen Genres. 60er, 70er, 80er, 90er, 2000er, jedes Jahrzehnt bietet dazu tolle Songs.

Von Coldplay bis Joe Cocker, über Jamiroquai zu James Brown, von Michael Jackson bis Ricky Martin, über Bob Marley zu Stevie Wonder, von Pharrell Williams bis Tom Jones, über The Police zu den Beatles – mit uns gibt es immer ein buntes Programm.

Jan Philip Zymny

Sommerbühne: tiktAAlik

08.07.2022 um 19:30 Uhr

TiktAAlik ist ein estländisch/deutsches Trip-Hop/Electronic Music Duo bestehend aus Sängerin Layn und MoS Renaud und besticht durch Layns präsente Bühnenshow und den dynamischen und fetten Live-Sound, der auch durch Gastmusiker (Percussion, Violine und Trompete) veredelt wird.

Wenn man eintaucht in die Musik von TiktAAlik, fühlt man sich direkt verortet in die Weiten und Tiefen Islands. Dünne Eisschichten und heiße Geysire ziehen an einem vorbei.

 

Jan Philip Zymny

Sommerbühne: Inside Looking Out/Loctide

09.07.2022 um 19:30 Uhr
Inside Looking Out ist eine deutsche Alternative-Rock Band, die 2014 in Soest gegründet wurde. Jedoch variiert ihr Sound so stark, dass eine genaue Einordnung in ein Genre nicht möglich ist. Genau dies zeichnet die Band aber aus.

Von Rock/Pop bis Symbiosen aus Funk, Jazz und experimentellen Komponenten steht loctide für eine Verschmelzung verschiedener Genres, welche sowohl moderne als auch vintage-artige-, funkig- tanzbare sowie episch-emotionale Elemente verspricht. Die englischsprachigen Texte sowie die Musik stammen hierfür grundsätzlich aus loctides eigener Feder.

Jan Philip Zymny

Joanna Gemma Auguri

10.07.2022 um 19:30 Uhr

Da sie keine Kirchenorgel tragen konnte, wählte sie das Akkordeon für ihre geheimnisvollen, musikalischen Interpretationen. Der Musik von Joanna Gemma Auguri zu lauschen ist wie das Öffnen einer Tür zu einem sakralen Raum. Das Aufwachsen zwischen zwei Ländern und Kulturen hat sie zu einer Künstlerin geformt, die durch ihre ungewöhnlichen Instrumente und ihre einzigartige Stimme auffällt. 

Jan Philip Zymny

Johann König

02.09.2022 um 20:00 Uhr
Jubel, Trubel, Heiserkeit

Der neue Termin ist der 02.09.2022! Alle Tickets für die ursprünglich geplanten Termine (13.05.20/ 14.01.21 / 20.01.22) sind für diese Veranstaltung gültig!

Liebes Publikum,

das Corona-Virus und die damit verbundenen Maßnahmen beschäftigen im Moment uns alle. Über die daraus folgenden Konsequenzen für die Veranstaltungsbranche (zum Beispiel für Künstler, Techniker, Veranstalter oder Spielstätten) wurde bereits viel berichtet. 

Alle Informationen zu Veranstaltungen, die ausfallen oder verlegt werden müssen, stehen immer aktuell auf dieser Seite. Noch ist kein regulärer Spielbetrieb möglich, doch wir können erste Schritte zurück zur Normalität machen! 

Bis dahin, überlegen Sie, ob Sie gekaufte Karten wirklich zurückgeben möchten! Jede verkaufte Karte trägt dazu bei, die Situation zu verbessern. Sie können auch Gutscheine kaufen. Tickets erhalten Sie in unserem Onlineshop, Gutscheine können per Mail bestellt werden. 

Außerdem wird der Alte Schlachthof von einem Förderverein getragen, dem Sie beitreten oder etwas spenden können. Die Kulturszene ist derzeit für jede Hilfe dankbar! 

Was sind eigentlich...Tickets?

Rund um das Thema Tickets erreichen uns regelmäßig Fragen. Nun ist dieses Thema tatsächlich auch nicht ganz so unkompliziert, wie man meinen könnte. Das fängt schon damit an, was eigentlich ein Ticket ist. Die Antwort darauf ist: Mit einem Ticket erwirbt man das Recht, zu einem festen, in der Zukunft liegenden Zeitpunkt, an einem angegebenen Ort sein zu dürfen um dort an einer Veranstaltung teilnehmen zu können. Man erwirbt übrigens nicht das Recht, dass einem die Veranstaltung tatsächlich auch gefällt, wie Fritz Eckenga einmal scherzhaft festgestellt hat.

An Tickets kann man auf vielerlei Weise gelangen: es gibt sie im Vorverkauf bei Vorverkaufsstellen, aber auch an der Abendkasse oder als print@home. Doch was ist, wenn Veranstaltungen verlegt oder abgesagt werden? An wen muss man sich wenden? Wir versuchen im Folgenden auf die wichtigsten Punkte einzugehen.

1. Braucht man ein Ticket?

Ja! Im Regelfall braucht man ein Ticket, um zu Veranstaltungen eingelassen zu werden. Dies gilt selbstverständlich dann, wenn die Veranstaltung kostenpflichtig ist, aber auch für viele kostenlose Veranstaltungen. Werden im ersten Fall von den Eintrittsgeldern alle Kosten von der Technik über den Raum bis zur Gage des Künstlers bezahlt, dienen in beiden Fällen die Tickets dazu, die maximale Zahl der teilnehmenden Personen zu regulieren. Das ist wichtig, denn jede Spielstätte hat ja nur eine begrenzte Kapazität. Wird diese Kapazität überschritten, besteht eine Gefahr für die Sicherheit der Anwesenden, weil das jeweilige Sicherheitskonzept eben auf die maximale Kapazität ausgelegt ist. Umgekehrt bedeutet das zugleich, wer ein Ticket hat, darf auch sicher rein. Das gibt den Gästen und dem Veranstalter Planungssicherheit.

2. Eine Veranstaltung ist ausverkauft. Gibt es noch Karten?

Diese Frage ist tatsächlich eine sehr häufig gestellte. Hartnäckig halten sich Gerüchte, ein bestimmter Prozentsatz an Karten müsse an der Abendkasse vorgehalten werden oder der Veranstalter habe immer noch irgendeine Reserve. Das ist tatsächlich nicht der Fall. Ausverkauft heißt ausverkauft! Das ist ja auch ganz einleuchtend, denn wenn ein Veranstalter Karten verkaufen kann, dann tut er das. Warum sollte man auch Karten, die man verkaufen könnte, nicht verkaufen?
Nun aber wird es kompliziert: Ist nämlich eine Veranstaltung bei einem Vorverkaufssystem ausverkauft, heißt das nicht notwendig, dass es keine Karten mehr gibt. Oftmals verkaufen Veranstalter Karten über mehrere Systeme wie Hellwegticket, Eventim, Reservixx oder ähnliche. Bekommt man bei einem System keine Karten mehr, kann es also durchaus sein, dass es woanders noch Karten gibt. Erst wenn der Veranstalter (oder der Künstler selbst) eine Veranstaltung als ausverkauft meldet, ist sie wirklich ausverkauft.
Aber selbst für diesen Fall ist es nicht ausgeschlossen, noch an Karten zu kommen. Es kommt nämlich recht häufig vor, dass Gäste, die eine Karte für eine Veranstaltung besitzen, aus welchem Grund auch immer die Veranstaltung nun doch nicht besuchen können. Einige Gäste bieten dann in diesem Fall Karten öffentlich an, zum Beispiel über Internetplattformen oder über die Facebook-Seiten der Veranstaltung. Andere stellen sich vor die Spielstätten, um ihre Karten dort direkt anzubieten. Wieder andere fragen den Veranstalter, ob er bereit wäre, die überzähligen Karten an der Abendkasse in seinem Namen zu verkaufen. Letzteres kommt auch bei uns regelmäßig vor, so dass der Eindruck entstehen kann, es gäbe auch bei ausverkauften Veranstaltungen noch Karten. Tatsächlich resultieren diese Karten immer aus privaten Verkäufen. Daraus folgt allerdings, dass es sich lohnen kann, auch zu ausverkauften Veranstaltungen zu gehen, wenn man die Möglichkeit hat, und darauf zu setzen, dort noch von privater Hand Karten kaufen zu können. Oft hat man damit Glück.

3. Kann man Karten umtauschen oder zurückgeben?

Die Antwort auf diese Frage ist: nein. Umtausch oder Rückgabe von Karten sind grundsätzlich ausgeschlossen, sofern die Veranstaltung wie angegeben stattfindet. Zur Erinnerung: mit dem Ticket hat man das Recht erworben, zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort an einer bestimmten Veranstaltung teilzunehmen. Die Aufgabe des Veranstalters ist es, dem Gast dieses Recht einzuräumen und alle dafür notwendigen Dinge zu tun. Kommt der Veranstalter seinen Verpflichtungen nach, hat er seinen Teil des Vertrags erfüllt und darf selbstverständlich erwarten, dass der Gast seinen Teil des Vertrages ebenfalls erfüllt und den Kaufpreis für das Ticket bezahlt. Genau so, wie es im Handel kein Recht auf Umtausch gibt, gibt es eben auch kein Recht, sein Ticket zurückgeben oder umtauschen zu dürfen. Das hat seinen Grund auch darin, dass die Eintrittsgelder zum Lebensunterhalt des Künstlers, des Veranstalters und vieler anderer beitragen und diese damit kalkulieren, um zum Beispiel auch die Ausgaben zu bestreiten, die bei ihnen berufsbedingt anfallen. Würden die bereits durch Ticketverkäufe eingenommene Einnahmen plötzlich wegfallen, könnten alle diese Menschen ihre Arbeit schließlich nicht ausführen, es gäbe dann irgendwann keine Veranstaltungen mehr.
Man stelle sich beispielsweise vor, eine Veranstaltung ist ausverkauft. Eine Woche vorher aber geben die Hälfte der Ticketkäufer ihre Tickets zurück. Im Regelfalle werden diese Tickets dann in der Kürze der Zeit nicht mehr erneut verkauft werden können. Die Veranstaltung findet aber statt und die Ausgaben zur Durchführung der Veranstaltung sind bereits angefallen. Das würde nach kurzer Zeit den Ruin des Veranstalters und des Künstlers nach sich ziehen.
Anders verhält es sich selbstverständlich, wenn der Veranstalter die Veranstaltung aus Gründen, die er zu verantworten hat, absagt oder verschiebt. In diesem Fall wird der Veranstalter vertragsbrüchig und ist verpflichtet, dem Kunden auf Wunsch unverzüglich den vollen Ticketpreis zu erstatten. Allerdings ist in den seltensten Fällen der Veranstalter auch derjenige, der die Tickets verkauft. Im Regelfalle wird das von Ticketvorverkaufssystemen — wie zum Beispiel dem HellwegTicket — mit angeschlossenen Vorverkaufsstellen übernommen. Für den Kunden bedeutet das, die Tickets müssen dort zurückgegeben werden, wo sie gekauft wurden, da die Vorverkaufsstellen eigenständig sind. Es ist hier ganz ähnlich wie im Einzelhandel: wenn man zum Beispiel einen Pullover bei C&A kauft, kann man ihn nicht bei Karstadt zurückgeben, auch wenn beide Läden dieselbe Marke und dasselbe Modell verkaufen. Es handelt sich bei beiden um verschiedene Händler und das Geld für den Pullover hat ja C&A eingenommen, also kann es auch nur dort ausgezahlt werden. Wer ein Ticket zurückgeben will, muss sich also nicht an den Künstler oder den Veranstalter wenden, sondern an die jeweilige Vorverkaufsstelle.

Was ist eigentlich... Soziokultur?

Eine Frage, die uns immer wieder gestellt wird, ist diejenige nach der Bedeutung von “Soziokultur”. Ja, der Alte Schlachthof ist ein soziokulturelles Zentrum. Aber was heißt denn das?

Wer erklären möchte, was Soziokultur ist, muss zunächst erklären, was denn Kultur ist. Das ist gar nicht so einfach und soll hier auch gar nicht geschehen. Man könnte aber ein wenig vereinfachend sagen, zur Kultur gehören alle Praktiken, mit denen der Mensch formend in die Welt eingreift. Wir meinen damit ganz bestimmte Praktiken. Etwas enger gefasst nämlich gehören zur Kultur alle Praktiken, die den Menschen helfen, sich in ihrer Welt zu orientieren. Diese Art von Kultur hat eine lange Geschichte. Zur Beantwortung der Frage, was Soziokultur ist, wird die Geschichte im Mittelalter interessant. Schon immer war es die Aufgabe einer bestimmten Art der Kultur, nämlich der darstellenden und bildenden Kunst, Alltagsleben und vor allem Herrschaftsgebaren zu kommentieren. Im Mittelalter nun aber bildete sich um den Herrscher eine Art höfische Kunst aus, die genau das tat. Es gab zum Beispiel Narren, Gaukler und Spielleute. Insbesondere der Narr war es, den man wohlwollend als einen Vorläufer des heutigen Kabaretts begreifen könnte – aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Neben den höfischen Künstlern gab es auch fahrende Schausteller. Shakespeare zum Beispiel gehörte so einer Truppe an, die von Dorf zu Dorf zog und das Volk mit Theater unterhielt. Je erfolgreicher diese reisenden Theaterleute wurden, desto mehr erweckten sie das Interesse von Herrschenden. Könige, Grafen und andere Adlige oder mitunter auch reiche Bürger unterstützten diese Truppen fortan, um sich als Gönner und Förderer der Kunst zu präsentieren und auch, um sich beim Volke beliebt zu machen. Shakespeares Gruppe gefiel beispielsweise dem König von Schottland und England, Jacob I., so gut, dass sie sich “The King’s Men” nennen durfte – eine hohe Auszeichnung! Von den reisenden Theatergruppen war es nicht mehr weit, bis diese reisenden Theaterleute stehende Theater bekamen, wo sie regelmäßig auftraten. Shakespeare Ensemble beispielsweise bespielte das frisch erbaute Globe Theatre in London. Viele solcher kleinen Volkstheater entstanden. Später dann bauten die Herrschenden auch Theaterhäuser. In Deutschland zeugen die bis heute erhaltenen Staatstheater davon, deren Geschichte teilweise schon im 17. Jahrhundert beginnt, aber teilweise auch noch in den letzten Atemzügen der Aristokratie Anfang des 20. Jahrhunderts. So glorios und pompös sie waren – die Kunstszene, die sich auch immer eine gewisse Widerspenstigkeit und Distanz zu den Herrschenden hatte bewahren wollen, drohte in gewisser Weise zu verharmlosen, weil sie dort in diesen schicken Häusern von eben diesen Herrschenden und dem im Entstehen begriffenen Bürgertum vereinnahmt wurde. Das Volk jedenfalls ging nicht in das Wiener Opernhaus, um Mahlers Sinfonien zu hören.
Das Volk ging in Kneipen und verlustierte sich dort! Dort, in diesen Kneipen, entstand in Paris um 1880 herum eine neue Kunstform, das Cabaret (das Wort bedeutet “kleine Kneipe”). Das Cabaret, so heißt es in der Selbstbeschreibung des ersten Betreibers und, wenn man so will, Begründers dieser neuen Kunstform, soll die politischen Ereignisse persiflieren, die Menschheit belehren und ihr die Dummheit abgewöhnen. Dieser Anspruch ist es, mit dem das Cabaret für sich in Anspruch nimmt, die Rolle des Narren für sich zurückzuerobern! Gleichzeitig entsteht in derselben Stadt eine weitere neue Kunstform, das Variete. Hier geht es weniger um Wortbeiträge, sondern um mehr oder weniger derbe Unterhaltung. Es gibt Artisten, Kraftmenschen, Tänzer und mit dem CanCan auch erotische Darbietungen. Diese Künstler traten der Reihe nach unter Programmnummern auf. Noch heute nennt man daher Auftritte von Künstlern auch Nummern.
Was ist bis hierher geschehen: Aus den Darbietungen der fahrenden Schausteller entstanden auf der einen Seite zunächst fahrende Theatergruppen und auf der anderen Zirkusse. Die Theaterleute wurden nach und nach sesshaft und schließlich Teil des Bürgertums. Die Zirkusse traten weiter auf. Als bewusster Gegenpol zur bürgerlichen Kultur entstanden dann das Cabaret, das die Worttradition des Theaters aufgriff, und das Variete, das mit dem Zirkus verwandt ist.
Das Muster, das sich bereits jetzt erkennen lässt, ist immer dasselbe: Diese Kultur, von der hier die Rede ist, steht stets in Opposition zu den Herrschenden und trachtet danach, frei und unabhängig zu bleiben. Wird sie zu sehr von jenen vereinnahmt, etabliert sie sich also, entstehen neue Bewegungen und Richtungen, die ihre Freiheit neu behaupten.
Und so geht die Geschichte weiter, zwei Kriege versehrten, veränderten und verwirrten die Welt, danach entwickelte sich in Deutschland – wohin wir nun blicken – wieder die staatsgetragene Hochkultur, die Volkskultur hatte keinen richtigen Ort, hatte sie sich auch durch die volkstümelnde Vereinnahmung durch die Nationalsozialisten ohnehin verdächtig gemacht. Dennoch entstanden ab etwa Anfang der 1970er-Jahre in der Gesellschaft – sozusagen dem Sozio – Gruppen, die Kultur machten. Diese Gruppen hatten das Ziel, es allen ohne Zugangsvoraussetzungen zu ermöglichen, sich kulturell zu engagieren. Die Sozio-Kultur mit ihrem Anspruch, Kultur von allen für alle zu machen, war geboren. In der Folge erkämpften sich diese Gruppen Orte, die von der Gesellschaft vergessen wurden: Alte Lagerhallen, Bunker, Lokschuppen oder eben auch Schlachthöfe, die sie besetzten, wo sie sich niederließen und ihre Kunst erprobten, zur Teilnahme offen stellten und vorführten. An diesen anfänglichen Nicht-Orten, was die Übersetzung von Utopie ist, lebten und verwirklichten sie ihre Utopien von einem friedlichen Zusammenleben der Menschen über den Weg der Kunst.
Im Laufe der Zeit professionalisierten sich die Gruppen. Es gab richtige Programme, festere Strukturen und Mietverträge, so dass die Häuser nicht länger besetzt wurden, es gab Menschen, die hauptberuflich einer Tätigkeit in der Soziokultur nachgingen. Auf diese Weise entstand über die Zeit eine hochprofessionalisierte eigene Kultursparte neben der staatsgetragenen Hochkultur, die über das Jahr gesehen sogar mittlerweile mehr Besucher anzieht als diese.
Getragen werden die Einrichtungen der Soziokultur, die über Landes- und einen Bundesverband organisiert ist, im Regelfalle von privaten Vereinen mit ehrenamtlichen Vorständen. So kann sie sich auf dem Wege dieses bürgerschaftlichen Engagements ihre Freiheit bewahren, die nötig ist, um nach wie vor zum Beispiel bissiges Kabarett, wie es nun heißt, anzubieten, damit heute wie damals die politischen Ereignisse persifliert, die Menschheit belehrt und ihr die Dummheit abgewöhnt wird.
Die Soziokultur leistet in ihrer Gesamtheit einen unverzichtbaren Beitrag zur politischen und kulturellen Bildung. Unzählige Projekte mit Schulen und Jugendzentren für Kinder und Jugendliche zeugen davon. Viele Bands und Comedians, die heute sehr bekannt sind, haben ihre Karrieren in Häusern der Soziokultur begonnen. Somit leistet die Soziokultur auch einen wesentlichen Beitrag zur Nachwuchsförderung.

Der Alte Schlachthof präsentiert auf seinen Bühnen und Leinwänden Kabarett, Comedy, Konzerte, Kneipenkultur und ein Kino. Außerdem betreiben wir ein Ticketvorverkaufssystem, um möglichst vielen Veranstaltern eine einfache Möglichkeiten zu bieten, Tickets zu Kulturveranstaltungen zu verkaufen. Mehrere offene Theatergruppen proben bei uns, viele Parteien, Verbände und Vereine treffen sich regelmäßig in unseren Räumen.
Der Alte Schlachthof ist in genau diesem traditionellen Sinne bestrebt, zivilgesellschaftliches Engagement für eine freiheitliche, demokratische Grundordnung zu stärken und den humanistischen Geist in die Gesellschaft zu tragen, um dadurch zu einem friedlichen Zusammenleben beizutragen. Und Spaß darf das Ganze dabei auch noch machen!

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Bitte beachten: Aufgrund der Baustelle Ulrichertor ist der Zugang zum Gelände momentan nur über die Arnsbergerstraße möglich!

Der neue Termin für die Veranstaltung mit Johann König ist der 02.09.2022! Alle Tickets für die ursprünglich geplanten Termine bleiben gültig!

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