Ein Wort zur Klärung

Im Soester Anzeiger ist am 31.1.2018 ein Artikel erschienen, zu dem der Vorstand und das Team des Alten Schlachthofs zuallererst eines ganz deutlich feststellen möchten:
Wir lieben unsere Arbeit und auch unser Publikum!
Wir verbringen hier Abende, Nächte und Wochenenden, um mit Engagement und Leidenschaft in teilweise sehr langen Schichten die Veranstaltungen möglich zu machen, die wir hier fast täglich anbieten. Das täten wir sicherlich nicht mit diesem persönlichen Einsatz, wenn wir dieses Bild von unserem Publikum hätten, das in dem Artikel gezeichnet wird. Wir sind dementsprechend bestürzt und auch traurig darüber, welcher Eindruck hier erweckt wird.

Thema des Gesprächs mit dem Soester Anzeiger war, die sich langsam, aber stetig ändernde Einstellung des Publikums von Veranstaltungsstätten. In der Gesellschaft findet derzeit ein Wandel statt, der sich nicht nur im Einzelhandel zeigt, sondern auch bundesweit den Kulturbereich betrifft. Zusammengefasst drückt er sich in einer zunehmenden Ich-Orientierung aus. Da werden Notausgänge zugeparkt, weil man es nicht so weit zum Eingang haben möchte und es in der kurzen Zeit des eigenen Besuchs doch schon nicht zu einem Notfall kommen wird. Beispiele dieser Art gibt es viele und sie stellen eine große Herausforderung für die Veranstalter dar. Denn es geht hier nicht um Fragen der Bequemlichkeit oder des Komforts, sondern der Sicherheit. In diesem Punkt haben Veranstalter keine Entscheidungsfreiheit, sondern schlicht Vorschriften einzuhalten. Die Sachlage ist einfach: Wird etwa eine Reihenbestuhlung gelöst, muss die Veranstaltung unterbrochen werden, bis die Bestuhlung wieder den Sicherheitsvorschriften entspricht. Dabei ist noch gar nicht von dem in der Gesellschaft insgesamt rauer werdenden Ton im Umgang mit Personal die Rede. Hier zeigt sich das Phänomen, über das derzeit auch viele Rettungskräfte sprechen, die im Einsatz angepöbelt werden.
Gründe für diese Entwicklung gibt es sicherlich viele. Einer mag sein, dass das Geschäftsgebaren einiger Online-Händler, die auch unberechtigte Anliegen bereitwillig regulieren, genau ein solches Verhalten erzeugt, das den Einzelnen glauben macht, er habe ein Recht auf alles.
Eine solche Entwicklung ist durchaus problematisch.

Auch am Alten Schlachthof geht dieser Trend nicht vorüber. Auch wir beobachten tatsächlich ein solches Verhalten. Aber, und das möchten wir ganz deutlich feststellen: Dies betrifft nicht den Großteil unseres Publikums, sondern Einzelfälle.

Unsere Absicht war es darauf hinzuweisen, dass es Gründe dafür gibt, warum wir die Veranstaltungen so durchführen, wie wir es tun. Wir geben alles dafür, gute Gastgeber zu sein und unseren Gästen schöne Veranstaltungen zu ermöglichen. Es liegt in der Natur der Sache, dass wir es bei der Vielzahl unserer Besucher nicht jedem Recht machen können. Es liegt auch in der Natur der Sache, dass der Schlachthof kein privates Wohnzimmer ist. Denn es gelten hier andere gesetzliche Regeln.
Gerade dafür wollten wir werben, dass wir im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten alles tun, um für die größtmögliche Anzahl an Gästen einen schönen Abend zu gestalten. Aber wir wollten auch um Verständnis dafür werben, dass wir es eben nicht jedem einzelnen Recht machen können und dass wir beispielsweise die Notausgänge freihalten müssen.
Gerade darin liegt doch auch der Reiz, das eigene Wohnzimmer zu verlassen: woanders ist es anders und anders ist ja auch schön.
Keineswegs haben wir das Benehmen des gesamten Soester Publikums kritisiert oder getadelt. So etwas läge uns fern.